Der Open Source Steward - eine neue CRA-Kategorie

Der Cyber Resilience Act (CRA) schafft eine völlig neue Rolle im Open-Source-Ökosystem: den Verwalter quelloffener Software, im Englischen "Open Source Steward". Diese Rolle existierte vor dem CRA nicht. Sie ist die Antwort des Gesetzgebers auf eine zentrale Frage: Wer übernimmt Verantwortung für Open-Source-Software, die in kommerziellen Produkten steckt - aber von niemandem verkauft wird?

Was ist ein Steward?

Die Definition steht in Art. 3 Nr. 14 CRA: Ein Steward ist eine juristische Person, die:

Ein Steward verkauft keine Software. Er sorgt dafür, dass Open-Source-Projekte sicher, gepflegt und nutzbar bleiben.

Welche Pflichten hat ein Steward?

Die Pflichten sind in Art. 24 CRA geregelt und bewusst schlanker als die Herstellerpflichten:

Steward vs. Hersteller

Der entscheidende Unterschied:

Ein Steward darf ausdrücklich keine CE-Kennzeichnung anbringen (EWG 19).

Was bringt die Steward-Rolle?

Für Open-Source-Projekte:

Für Unternehmen, die Open Source nutzen:

Was bedeutet das für Sie?

Wenn Sie Open-Source-Komponenten in Ihren Produkten verwenden, profitieren Sie davon, dass diese Projekte von einem Steward betreut werden. Wenn Ihr Unternehmen Open-Source-Projekte betreibt oder unterstützt, kann die Steward-Rolle Sie vor den vollen Herstellerpflichten des CRA schützen. OTTRIA registriert sich freiwillig als Steward und übernimmt damit die operativen Pflichten für betreute Projekte.

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