Plattform-Partner

Sie bauen auf etablierten Fremdplattformen: SAP, Salesforce, Microsoft Dynamics, ServiceNow, Adobe Experience Manager, TYPO3, Drupal, Shopware, Magento, commercetools, Pimcore und Dutzende mehr. Ihre Kunden kommen aus allen Branchen, und Ihre Wertschöpfung liegt in Custom Extensions, Integrationen, Templates, Workflows und Branchenlösungen auf diesen Plattformen.

Ein verbreiteter Irrtum lautet: "Die Plattform ist zertifiziert, damit sind auch wir abgedeckt." Das ist falsch. Die Sicherheit der Plattform deckt Ihre Erweiterungen nicht ab. Ihre Custom Extensions sind rechtlich eigenständige Produkte.

Typische Arbeit und ihre regulatorische Einordnung

Custom Extensions und Plug-ins

Wenn Sie Module, Plug-ins, Erweiterungen oder eigene Komponenten für eine Plattform entwickeln, sind diese nach CRA eigenständige "Produkte mit digitalen Elementen" oder Teile davon (Art. 3 Nr. 1). Selbst wenn sie nur in Verbindung mit der Plattform funktionieren, haben Sie sie entwickelt und in Verkehr gebracht. Die Produkthaftungsrichtlinie (Art. 8) macht Sie zum Hersteller dieser Komponenten.

Schwachstellen in Ihren Extensions sind Ihre Schwachstellen - nicht die des Plattform-Herstellers.

Integrationen zwischen Plattformen

Wenn Sie Salesforce mit einem SAP-System verbinden, Shopware an ein ERP anbinden oder Cross-Plattform-Datenflüsse entwickeln, liefern Sie Integrationscode, der personenbezogene und oft geschäftskritische Daten verarbeitet. Fehler hier führen zu Datenlecks oder Betriebsstörungen - beides sind Haftungsgründe nach der neuen Produkthaftungsrichtlinie.

Templates, Themes, Storefronts

Shop-Themes, CMS-Templates und Storefront-Implementierungen bestehen nicht nur aus Design: Sie enthalten JavaScript, Server-seitige Logik, Tracking, oft Third-Party-Bundles. Das sind Produkte mit digitalen Elementen. Schwachstellen in Frontend-Code treffen Endkunden unmittelbar

Customizing vs. Standardkonfiguration

Reine Konfiguration ohne Code ist regulatorisch weniger kritisch. Sobald Sie aber Skripte, Workflows, Trigger, eigene Objekte, Apex-Code, ABAP-Erweiterungen oder Ähnliches schreiben, liefern Sie Software - und sind Hersteller im Sinne des CRA und der Produkthaftungsrichtlinie.

Migrations- und Roll-out-Projekte

Bei großen Migrationen - etwa SAP S/4HANA-Umstellungen, Salesforce-Einführungen, CMS-Relaunches - ist Ihre Rolle besonders exponiert. Sie sind der unmittelbare Anbieter für einen kritischen Systemwechsel. Ihre Kunden erwarten und brauchen DORA-/NIS2-konforme Dokumentation.

Welche Gesetze greifen bei welchen Kunden

Zwei Gesetze greifen immer, unabhängig von der Plattform und vom Kundensektor:

Hinzu kommen - je nach Kundenseite - DORA und NIS2:

Besonderheit für Plattform-Partner: Die Plattform-Hersteller selbst erwarten zunehmend von ihren Partnern, dass sie die neuen Gesetze erfüllen - unter anderem, weil Plattformen in DORA- Informationsregistern ihrer Kunden ebenfalls auftauchen.

Konkrete Konsequenzen

Rechtlich stehen auf dem Spiel:

Vertraglich werden Ihre Kunden - und die Plattform-Hersteller - verlangen:

Operativ müssen Sie etablieren:

Finanziell kommt auf Sie zu:

Sicherheit ist auch ohne Pflicht ein Wettbewerbsvorteil

Plattform-Partner stehen im Wettbewerb mit Hunderten anderer Dienstleister, die auf den gleichen Plattformen arbeiten. Der Unterschied entsteht bei den Nachweisen: Wer seine Extensions mit SBOM, dokumentiertem Schwachstellenmanagement und Responsible-Disclosure-Prozess ausliefert, erfüllt die Anforderungen der Plattform-Hersteller besser, gewinnt schnellere Review-Zyklen in deren Marktplätzen und bekommt leichter Zertifikatsstufen.

Konkret heißt das: höhere Sichtbarkeit in Partner-Katalogen, bessere Positionierung in Ausschreibungen, stärkere Kundenbindung und ein klares Qualitätssignal gegenüber Einkäufern, die unterschiedliche Partner vergleichen. Compliance wird so vom Kostenfaktor zum Verkaufsargument.

Wie OTTRIA Plattform-Partner unterstützt

Plattform-Partner haben eine spezielle Lage: Sie kombinieren Fremdcode (die Plattform) mit eigenem Code (die Extensions) mit Drittbibliotheken (NPM, Composer, Maven, NuGet, PyPI). OTTRIA übernimmt den Open-Source-Teil dieser Mischung:

Die Plattform-Hersteller schauen zunehmend genauer hin, welche Sorgfalt ihre Partner bei eigenem Code und Drittbibliotheken walten lassen. OTTRIA liefert die Nachweise, die Sie sowohl gegenüber Ihren Kunden als auch gegenüber Ihren Plattform-Herstellern vorlegen müssen.

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